Bioindentische Hormontherapie in München
Bioidentische Hormonersatztherapie
Hormone steuern zahlreiche Prozesse im Körper – darunter den Stoffwechsel, den Energiehaushalt, den Schlaf, die Knochengesundheit, die Herz-Kreislauf-Funktion sowie das allgemeine Wohlbefinden. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Hormonproduktion ab. Bei vielen Frauen und Männern kann dies zu Beschwerden oder langfristigen gesundheitlichen Veränderungen führen.
Die bioidentische Hormonersatztherapie hat das Ziel, einen medizinisch nachgewiesenen Hormonmangel auszugleichen und Beschwerden zu lindern. Vor jeder Behandlung erfolgt eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung sowie eine individuelle Hormon- und Labordiagnostik. Ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll ist, hängt immer von Ihren Beschwerden, Ihren Laborwerten sowie Ihrer persönlichen Krankengeschichte und Ihren individuellen Risikofaktoren ab.
Was sind bioidentische Hormone?
Bioidentische Hormone sind Hormone, deren chemische Struktur exakt der der körpereigenen Hormone entspricht. Sie werden vom Körper genauso erkannt und an denselben Hormonrezeptoren gebunden wie die Hormone, die natürlicherweise in den Eierstöcken, Hoden oder Nebennieren gebildet werden.
Bioidentische Hormone werden heute überwiegend aus pflanzlichen Ausgangsstoffen, beispielsweise aus Soja oder der Yamswurzel, hergestellt. Durch moderne pharmazeutische Herstellungsverfahren entstehen daraus Hormone, deren chemische Struktur exakt der der körpereigenen Hormone entspricht.
Zu den bioidentischen Hormonen gehören unter anderem:
17β-Östradiol (E2) – Das wichtigste natürliche Östrogen und Standard der systemischen bioidentischen Hormonersatztherapie.
Estriol (E3) – Wird zur lokalen Behandlung des genitourinären Syndroms der Menopause (GSM) eingesetzt und kann Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie wiederkehrende Harnwegsinfektionen lindern.
Mikronisiertes Progesteron – Standardbestandteil der bioidentischen Hormonersatztherapie bei Frauen mit erhaltener Gebärmutter zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut.
Testosteron – Wird bei Männern mit nachgewiesenem Testosteronmangel und entsprechenden Beschwerden eingesetzt. Bei Frauen kann Testosteron in ausgewählten Fällen bei einer diagnostizierten hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD) nach sorgfältiger ärztlicher Abklärung verordnet werden.
DHEA (Dehydroepiandrosteron) – Dient als Vorstufe für die Bildung von Östrogenen und Testosteron. Es kann bei einem nachgewiesenen DHEA-Mangel und entsprechenden Beschwerden sowie lokal als Prasteron zur Behandlung des genitourinären Syndroms der Menopause (GSM) eingesetzt werden.
Wichtig: Bioidentische Hormone sind wirksame Arzneimittel und sollten ausschließlich nach einer sorgfältigen ärztlichen Diagnostik und individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Welche Therapie geeignet ist, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte, Ihrem Alter sowie Ihren individuellen Risikofaktoren ab.
Bioidentische Hormonersatztherapie bei Frauen
Während der Wechseljahre nimmt zunächst die Produktion von Progesteron und im weiteren Verlauf auch die Produktion von 17β-Östradiol ab. Dadurch können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:
- Hitzewallungen und Nachtschweiß
- Schlafstörungen
- Zyklusunregelmäßigkeiten
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Konzentrationsstörungen („Brain Fog“)
- Erschöpfung
- Herzrasen
- Muskel- und Gelenkbeschwerden
- Gewichtszunahme
- Libidoverlust
- Scheidentrockenheit
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
17β-Östradiol
Darreichungsformen
Systemische Therapie
17β-Östradiol ist das wichtigste natürliche Östrogen und Standard der systemischen bioidentischen Hormonersatztherapie. Es wird unter anderem zur Behandlung von Hitzewallungen, Schlafstörungen und weiteren Beschwerden der Wechseljahre eingesetzt.
- Gel
- Spray
- Pflaster (transdermale Anwendung)
- Tabletten (orale Anwendung)
- Vaginalcreme
- Vaginaltabletten
Lokale Therapie
- Vaginalring (dient der loakelen Behandlung hormonell bedingter Beschwerden im Intimbereich und an den Harnwegen.)
Hinweis: Gel, Spray und Pflaster werden heute bevorzugt eingesetzt, da sie die Leber umgehen und nach aktuellem Kenntnisstand mit einem geringeren Risiko für venöse Thromboembolien verbunden sind als orale Östrogene.
Estriol (E3)
Estriol ist ein bioidentisches Östrogen mit überwiegend lokaler Wirkung. Es wird zur Behandlung des genitourinären Syndroms der Menopause (GSM) eingesetzt und kann Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen sowie wiederkehrende Harnwegsinfektionen lindern.
Darreichungsformen
Lokale Therapie
- Vaginalcreme
- Vaginaltabletten
- Vaginalzäpfchen
Mikronisiertes Progesteron
Mikronisiertes Progesteron ist ein bioidentisches Progesteron und wird bei Frauen mit erhaltener Gebärmutter zusätzlich zu 17β-Östradiol eingesetzt. Es schützt die Gebärmutterschleimhaut vor einer Überstimulation durch Östrogen und senkt dadurch das Risiko einer Endometriumhyperplasie und eines Endometriumkarzinoms.
Darreichungsformen
- Kapseln (orale Einnahme)
- Vaginale Anwendung in ausgewählten Fällen (Off-Label)
DHEA (Dehydroepiandrosteron)
DHEA ist ein bioidentisches Hormon und eine Vorstufe für die Bildung von Östrogenen und Testosteron. Eine DHEA-Substitution kann bei einem nachgewiesenen DHEA-Mangel und entsprechenden Beschwerden sinnvoll sein. Als Prasteron wird DHEA außerdem lokal zur Behandlung des genitourinären Syndroms der Menopause (GSM) eingesetzt.
Darreichungsformen
- Kapseln (systemische Anwendung, meist als Rezeptur)
- Vaginalovulum (Prasteron)
Testosteron
Testosteron ist auch bei Frauen ein wichtiges Sexualhormon und trägt unter anderem zur sexuellen Lust, zum Wohlbefinden, zur Muskelkraft sowie zur Erhaltung der Knochenmasse bei.
Eine Testosterontherapie gehört nicht zur Standardtherapie der Wechseljahre. Nach den aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen kann sie bei Frauen mit einer diagnostizierten hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD) nach sorgfältiger ärztlicher Diagnostik und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erwogen werden.
Darreichungsformen
- Gel*
- Transdermale Creme*
*Für Frauen ist in Deutschland derzeit kein speziell zugelassenes Testosteronpräparat verfügbar. Die Behandlung erfolgt daher in der Regel Off-Label mit niedrig dosierten transdermalen Präparaten oder individuellen Rezepturen unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle.
Bioidentische Hormonersatztherapie beim Mann
Mit zunehmendem Alter kann die Testosteronproduktion langsam abnehmen. Im Gegensatz zur Frau erfolgt dieser Prozess meist schleichend und individuell unterschiedlich. Ein altersbedingter Testosteronabfall allein ist keine Indikation für eine Hormonersatztherapie.
Eine Behandlung kommt nur infrage, wenn typische Beschwerden mit wiederholt erniedrigten Testosteronwerten im Blut einhergehen. Vor Beginn der Therapie sollten mögliche Ursachen sorgfältig abgeklärt und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Ein Testosteronmangel kann sich unter anderem bemerkbar machen durch:
- Verminderte Libido
- Erektionsstörungen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Depressive Verstimmung
- Muskelabbau und Kraftverlust
- Zunahme des Körperfettanteils
- Verminderte Knochendichte (Osteoporose)
Testosteron
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon und spielt eine zentrale Rolle für die Sexualfunktion, Muskelmasse, Knochengesundheit, Blutbildung, Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden.
Eine Testosteronersatztherapie wird ausschließlich bei einem nachgewiesenen Testosteronmangel (Hypogonadismus) und entsprechenden Beschwerden empfohlen.
Darreichungsformen:
- Gel (transdermale Anwendung)
- Depotinjektionen
Die Therapie erfolgt individuell und unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, einschließlich der Überwachung von Testosteronspiegel, Blutbild, PSA-Wert und Prostata.
DHEA (Dehydroepiandrosteron)
DHEA ist ein bioidentisches Hormon, das überwiegend in der Nebennierenrinde gebildet wird und als Vorstufe für die Bildung von Testosteron und Östrogenen dient.
Eine DHEA-Substitution kann bei einem nachgewiesenen DHEA-Mangel und entsprechenden Beschwerden nach individueller ärztlicher Diagnostik sinnvoll sein.
Darreichungsformen:
- Kapseln (systemische Anwendung, meist als Rezeptur)
Welche Vorteile hat eine Hormontherapie bei Frauen – und welche Nebenwirkungen sind möglich?
Eine individuell abgestimmte Hormontherapie kann Frauen mit ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden zu einer deutlich besseren Lebensqualität verhelfen. Insbesondere bioidentische Hormone können bei entsprechender Indikation eine wirksame Behandlungsmöglichkeit sein.
Zu den möglichen Vorteilen einer Hormontherapie gehören:
-Linderung von Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen
-Verbesserung der Schlafqualität
-Stabilisierung der Stimmung und des allgemeinen Wohlbefindens
-Besserung von Konzentration und Leistungsfähigkeit
-Verminderung von Scheidentrockenheit
-Erhalt der Knochengesundheit und Vorbeugung einer Osteoporose
-positive Auswirkung auf die Insulinsensitivität aus und reduziertes Diabetes Risiko
-wirken sich günstig auf die Gefäßgesundheit aus
-beeinflussen die Hirnfunktion günstig
-üben einen günstigen Einfluss auf das Immunssystem aus
-positive Effekte auf die Lebensqualität
Wie jede medizinische Behandlung kann auch eine Hormontherapie Nebenwirkungen haben.
Zu Beginn der Behandlung können beispielsweise
Brustspannen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Schmierblutungen oder Übelkeit auftreten. Diese Beschwerden sind häufig vorübergehend und lassen sich durch eine Anpassung der Dosierung oder der Darreichungsform oft verbessern.
Ob eine Hormontherapie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem vom Alter, dem Zeitpunkt seit Beginn der Wechseljahre, den individuellen Beschwerden sowie der persönlichen und familiären Krankengeschichte. Vor Beginn der Behandlung erfolgt daher eine ausführliche ärztliche Beratung sowie eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.
Eine moderne Hormontherapie wird heute nicht nach einem festen Schema durchgeführt, sondern individuell auf die Patientin abgestimmt und regelmäßig ärztlich kontrolliert. Ziel ist es, Beschwerden wirksam zu lindern und gleichzeitig eine möglichst sichere und gut verträgliche Behandlung zu gewährleisten.
Sicherheit der bioidentischen Hormonersatztherapie bei Frauen
Unser Hormon-Check
Der Hormon-Check kombiniert eine umfassende Hormondiagnostik mit einer individuellen ärztlichen Beratung. Ziel ist es, hormonelle Ungleichgewichte und mögliche Ursachen Ihrer Beschwerden frühzeitig zu erkennen und eine auf Sie abgestimmte Therapie sowie Präventionsstrategie zu entwickeln.
