Wechseljahre in München

Wechseljahre in München

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind ein natürlicher Abschnitt im Leben jeder Frau. Sie beginnen häufig zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr und erstrecken sich bis über die Menopause hinaus. Das durchschnittliche Alter für die Menopause, also die letzte natürliche Regelblutung, liegt in Deutschland bei etwa 51 Jahren.

Während dieser Zeit nimmt die Hormonproduktion der Eierstöcke allmählich ab. Zunächst sinkt vor allem die Progesteronproduktion, später auch der Östrogenspiegel. Diese hormonellen Veränderungen können zu vielfältigen körperlichen und psychischen Beschwerden führen.

Nicht jede Frau erlebt die Wechseljahre gleich. Manche verspüren kaum Veränderungen, andere leiden unter einer deutlichen Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Die drei Phasen der Wechseljahre

Perimenopause

Die Perimenopause ist die erste Phase der Wechseljahre. Sie beginnt meist mehrere Jahre vor der letzten Regelblutung. Häufig kommt es zunächst zu einer nachlassenden Progesteronproduktion, später sinken auch die Östrogenspiegel.

Typische Anzeichen sind:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • stärkere oder schwächere Blutungen
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Hitzewallungen und Nachtschweiß
  • Herzrasen
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Konzentrationsstörungen ("Brain Fog")
  • Gewichtszunahme

Menopause

Die Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten natürlichen Menstruation. Sie kann erst rückblickend festgestellt werden, wenn zwölf Monate lang keine Regelblutung mehr aufgetreten ist. Das durchschnittliche Alter liegt in Deutschland bei etwa 51 Jahren.

Postmenopause

Die Postmenopause beginnt nach der Menopause und dauert bis an das Lebensende. Der dauerhaft niedrigere Östrogenspiegel kann langfristig Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme haben.

Unter anderem steigt das Risiko für:

  • erhöhtes Risiko für Osteoporose
  • Zunahme des Herz-Kreislauf-Risikos 
  • Scheidentrockenheit und wiederkehrende Blasenentzündungen
  • Verlust von Muskelmasse
  • Zunahme der Insulinresistenz und damit ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes.
  • Zunahme des viszeralen Bauchfetts

Welche Hormone sind in den Wechseljahren betroffen und welche Labordiagnostik ist sinnvoll? 

Während der Wechseljahre verändert sich die Hormonproduktion der Eierstöcke schrittweise. Besonders betroffen sind die Hormone Progesteron, Östradiol, FSH und LH. Bereits in der Perimenopause kommt es häufig zunächst zu einer nachlassenden Progesteronproduktion. Im weiteren Verlauf sinkt auch der Östrogenspiegel, während die Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) ansteigen.

Diese hormonellen Veränderungen können Beschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Herzrasen, Muskel- und Gelenkbeschwerden oder Scheidentrockenheit verursachen.

Welche Hormone bestimmen wir?

Ob eine Hormonanalyse sinnvoll ist, hängt vom Alter, den Beschwerden und dem Zyklus ab. Je nach Fragestellung können unter anderem folgende Hormone bestimmt werden:

  • FSH – liefert Hinweise auf die nachlassende Funktion der Eierstöcke.
  • LH – unterstützt die Beurteilung der Eierstockfunktion.
  • Östradiol (E2) – wichtig zur Einschätzung der Östrogenversorgung.
  • Progesteron – insbesondere bei regelmäßigen Zyklen zur Beurteilung der Gelbkörperfunktion.
  • Testosteron – kann bei Libidoverlust, Muskelabbau oder verminderter Leistungsfähigkeit sinnvoll sein.
  • DHEA-S – Vorstufe der Sexualhormone und Marker der Nebennierenfunktion.
  • SHBG – beeinflusst die Verfügbarkeit der Sexualhormone.
  • Prolaktin – bei Zyklusstörungen oder unklaren hormonellen Beschwerden.

Mehr als nur Hormone

Nicht jede Beschwerde in den Wechseljahren ist hormonbedingt. Müdigkeit, Erschöpfung, Gewichtszunahme oder Konzentrationsstörungen können auch andere Ursachen haben. Deshalb ergänzen wir die Hormondiagnostik häufig durch weitere Laboruntersuchungen, beispielsweise:

  • Blutbild
  • Ferritin (Eisenspeicher)
  • Vitamin B12 und Folsäure
  • Vitamin D3
  • Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4)
  • Blutzucker und HbA1c
  • Insulin (bei Verdacht auf Insulinresistenz)
  • Lipidprofil einschließlich ApoB und Lipoprotein(a)

Die Laborwerte werden immer individuell beurteilt

Ein einzelner Laborwert erlaubt häufig keine eindeutige Aussage. Besonders in der Perimenopause schwanken die Hormonspiegel erheblich und können sich bereits innerhalb weniger Tage verändern. Deshalb beurteilen wir die Laborwerte immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden, Ihrem Alter, Ihrem Zyklus und Ihrer Krankengeschichte.

Unser Ziel ist es, nicht nur Laborwerte zu betrachten, sondern hormonelle Veränderungen ganzheitlich einzuordnen und gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Präventions- und Therapiekonzept zu entwickeln. 

Mögliche Symptome eines Progesteronmangels 

Ein Progesteronmangel kann je nach Lebensphase unterschiedliche Beschwerden verursachen. Mögliche Anzeichen sind:

  • Unregelmäßige Menstruationszyklen
  • Verkürzte zweite Zyklushälfte (Lutealphase)
  • Schmierblutungen vor der Menstruation
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen
  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen

Progesteron wird überwiegend nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet. Beschwerden treten häufig auf, wenn kein Eisprung stattfindet oder die Gelbkörperfunktion eingeschränkt ist (Lutealinsuffizienz).

Da diese Beschwerden auch bei anderen hormonellen oder internistischen Erkrankungen auftreten können, ist eine individuelle ärztliche Abklärung mit einer gezielten Hormon- und Labordiagnostik wichtig, um die Ursache eindeutig zu bestimmen.

Mögliche Symptome eines Mangels an weiblichen Hormonen (Östrogen) 

Ein sinkender Östrogenspiegel kann sich durch vielfältige Beschwerden bemerkbar machen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Hitzewallungen und Nachtschweiß 
  • Schlafstörungen 
  • Zyklusunregelmäßigkeiten (in der Perimenopause) 
  • Scheidentrockenheit 
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr 
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Blasenbeschwerden 
  • Verminderte Libido 
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen 
  • Konzentrationsstörungen („Brain Fog“) 
  • Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit 
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden 
  • Herzrasen oder Herzstolpern 
  • Gewichtszunahme, insbesondere im Bauchbereich 
  • Trockene Haut und Schleimhäute 
  • Verminderte Hautelastizität 
  • Dünner werdendes Haar 

Langfristige Folgen eines Östrogenmangels

Ein dauerhaft erniedrigter Östrogenspiegel kann außerdem das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen, darunter:

  • Erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche 
  • Verlust von Muskelmasse (Sarkopenie) 
  • Zunahm des viszeralen Bauchfetts 
  • Zunahme der Insulinresistenz und erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes 
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Genitourinary Syndrome of Menopause (GSM) (umfasst: Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Harndrang) 

Wichtig: Nicht jede Frau entwickelt alle Beschwerden. Art und Ausprägung der Symptome sind individuell unterschiedlich. Da ähnliche Beschwerden auch andere Ursachen haben können – beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel oder Vitaminmängel – sollte immer eine sorgfältige ärztliche Abklärung erfolgen.

Für wen eignet sich eine bioidentische Hormontherapie? 

Grundsätzlich ist die Therapie für alle Frauen geeignet, die sich in den Wechseljahren befinden. 
Dabei kann entweder ein symptomatischer Ansatz gewählt werden, wenn bereits typische Beschwerden der Wechseljahre bestehen, wie beispielsweise Hitzewallungen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Gelenkbeschwerden, Stimmungsschwankungen, innere Unruhe oder eine nachlassende Leistungsfähigkeit.
Ebenso kann eine präventive Therapie sinnvoll sein, wenn bereits ein niedriger Hormonspiegel vorliegt. Viele hormonbedingte Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Osteoporose oder Insulinresistenz, entwickeln sich häufig erst im weiteren Verlauf und machen sich oft erst Jahre später bemerkbar.
Welche Vorgehensweise für Sie geeignet ist, besprechen wir ausführlich in einem persönlichen Gespräch. Selbstverständlich informieren wir Sie dabei detailliert über die Behandlungsmöglichkeiten sowie die Einnahme und Anwendung der Therapie. Darüber hinaus klären wir Sie umfassend darüber auf, in welchen Fällen eine Hormontherapie nicht empfohlen wird bzw. welche individuellen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen gegen eine Behandlung sprechen können.

Bioidentische Hormontherapie 

Unser Hormon-Check

Der Hormon-Check kombiniert eine umfassende Hormondiagnostik mit einer individuellen ärztlichen Beratung. Ziel ist es, hormonelle Ungleichgewichte und mögliche Ursachen Ihrer Beschwerden frühzeitig zu erkennen und eine auf Sie abgestimmte Therapie sowie Präventionsstrategie zu entwickeln.

Häufige Fragen rund um die Wechseljahre

Wann spricht man von vorzeitigen Wechseljahren?

Von vorzeitigen Wechseljahren spricht man, wenn die Funktion der Eierstöcke deutlich früher nachlässt als üblich. 
Vorzeitige Menopause (Premature Ovarian Insufficiency, POI): Eintritt der Menopause vor dem 40. Lebensjahr. 
Frühe Menopause: Eintritt der Menopause zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr.

Eine vorzeitige oder frühe Menopause sollte ärztlich abgeklärt werden, da sie unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren gesundheitlichen Folgen verbunden sein kann.

Erste Anzeichen der Wechseljahre

Die Beschwerden in den Wechseljahren sind individuell sehr unterschiedlich. Während manche Frauen kaum Veränderungen bemerken, leiden andere unter einer Vielzahl von Symptomen. Häufige erste Anzeichen sind:

-Unregelmäßige oder stärkere Menstruationsblutungen 
-Verkürzte oder verlängerte Zyklusabstände 
-Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen 
-Schlafstörungen
-Müdigkeit und Erschöpfung
-Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmung 
-Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
-Verminderte körperliche und geistige Belastbarkeit
-Herzklopfen oder Herzrasen
-Gewichtszunahme, insbesondere im Bauchbereich
-Trockene Haut und Schleimhäute
-Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
-Nachlassende Libido
-Gelenk- und Muskelschmerzen
-Wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Blasenbeschwerden
-Zunehmender Haarausfall oder dünner werdendes Haar 


Was bedeutet ein verkürzter oder verlängerter Zyklus?

Veränderungen der Zykluslänge gehören häufig zu den ersten Anzeichen der Perimenopause.

Verkürzte Zyklen:
Der Menstruationszyklus ist regelmäßig mehr als 7 Tage kürzer. Z.B. verkürzt sich ein früher 28-Tage-Zyklus auf etwa 20 bis 21 Tage.
Verlängerte Zyklen:
Der Zyklus ist regelmäßig mehr als 7 Tage länger als üblich. Ein zuvor 28-tägiger Zyklus verlängert sich auf 36 bis 40 Tage.
Späte Perimenopause:
In dieser Phase treten häufig längere Blutungspausen auf. Charakteristisch sind Abstände von 60 Tagen oder mehr zwischen zwei Menstruationen.  
 

 

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