Welche Symptome treten bei Long COVID bzw. Post-COVID-19- Syndrom auf?
Long COVID beziehungsweise das Post-COVID-19-Syndrom umfasst gesundheitliche Beschwerden, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 über Wochen oder Monate fortbestehen oder neu auftreten. Diese Symptome können unabhängig vom Schweregrad der akuten Erkrankung entstehen und werden auch nach milden oder asymptomatischen Infektionsverläufen beobachtet.
Zu den häufigsten Symptomen zählen eine ausgeprägte Erschöpfung mit verminderter körperlicher und geistiger Belastbarkeit (Fatigue) sowie kognitive Beeinträchtigungen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen („Brain Fog“). Darüber hinaus berichten Betroffene häufig über Muskel- und Gelenkschmerzen sowie anhaltende respiratorische Beschwerden, insbesondere Husten und Kurzatmigkeit.
Bei Erwachsenen stellen Fatigue, Atembeschwerden und kognitive Einschränkungen die am häufigsten beschriebenen Symptomkomplexe dar. Ergebnisse aus Meta-Analysen kontrollierter Studien weisen zudem auf ein erhöhtes Risiko für weitere unspezifische Beschwerden nach einer SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu nicht infizierten Personen hin. Dazu zählen unter anderem Geruchs- und Geschmacksstörungen, Palpitationen (Herzklopfen oder Herzstolpern), Brustschmerzen, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie gastrointestinale Symptome (Xu et al., 2024; O’Mahoney et al., 2025).
Eine besonders schwere Ausprägung von Long COVID stellt die Myalgische Enzephalomyelitis bzw. das Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) dar. Charakteristisch ist eine deutliche Verschlechterung der Beschwerden nach bereits geringer körperlicher oder kognitiver Belastung, die als Post-Exertionelle Malaise (PEM) bezeichnet wird. Die Erkrankung geht häufig mit erheblichen und langfristigen Einschränkungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit einher und führt oftmals zu deutlichen Einbußen der Lebensqualität sowie der gesellschaftlichen Teilhabe (Ivanovska et al., 2025; Dehlia et al., 2024).
Neben den charakteristischen Symptomen werden auch verschiedene langfristige gesundheitliche Folgen im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion diskutiert. Hierzu zählen die Verschlechterung bestehender Grunderkrankungen, Organschäden sowie eine erhöhte Inzidenz chronischer Erkrankungen (Gaudet et al., 2025; Al-Aly & Topol, 2024; Peluso & Deeks, 2024; Franco et al., 2024; Gil et al., 2025; Lam et al., 2025; Skevaki et al., 2025). Beobachtet wurden unter anderem chronische Erkrankungen der Lunge und Nieren, neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
