Schilddrüsenerkrangungen in München
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großer Bedeutung für den gesamten Körper. Sie bildet die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die unter anderem den Stoffwechsel, den Energiehaushalt, das Herz-Kreislauf-System, das Gehirn, die Muskulatur sowie den Hormonhaushalt beeinflussen.
Bereits geringe Funktionsstörungen können zu vielfältigen Beschwerden führen. Für eine normale Schilddrüsenfunktion benötigt der Körper außerdem Mikronährstoffe wie Jod, Selen, Eisen und Zink.
Wann sollte die Schilddrüse untersucht werden?
Eine Schilddrüsendiagnostik kann sinnvoll sein bei:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen ("Brain Fog")
- Schlafstörungen
- Unruhe, Nervosität oder Zittern
- Gewichtszunahme oder ungewollter Gewichtsverlust
- Haarausfall
- Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
- Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit
- Zyklusstörungen oder unerfüllter Kinderwunsch
- Schwangerschaft oder Kinderwunsch
- Wechseljahresbeschwerden
- Osteoporose
- Schilddrüsenknoten oder Schilddrüsenvergrößerung (Kropf)
- Familiäre Belastung mit Schilddrüsenerkrankungen
- Auffällige Schilddrüsenwerte im Labor
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) liegt vor, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel und zahlreiche Körperfunktionen werden beeinträchtigt.
Zu den häufigsten Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion gehören:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Antriebslosigkeit
- Gewichtszunahme
- Frieren und Kälteempfindlichkeit
- Trockene Haut
- Haarausfall
- Verstopfung
- Konzentrationsstörungen ("Brain Fog")
- Depressive Verstimmungen
- Erhöhte Cholesterinwerte
Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift und langfristig die Hormonproduktion beeinträchtigt.
Durch eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen gut kontrollieren.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) liegt vor, wenn die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Dadurch wird der Stoffwechsel beschleunigt und zahlreiche Körperfunktionen werden verstärkt.
Zu den häufigsten Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören:
- Herzrasen und Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
- Nervosität und innere Unruhe
- Schlafstörungen
- Gewichtsverlust trotz guten Appetits
- Zittern (Tremor)
- Vermehrtes Schwitzen und Wärmeintoleranz
- Durchfall
- Muskelschwäche
- Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit
Eine der häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion ist der Morbus Basedow. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüse zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen anregen. Weitere mögliche Ursachen sind autonom arbeitende Schilddrüsenknoten oder eine Schilddrüsenentzündung.
Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich zusätzlich eine sogenannte endokrine Orbitopathie. Diese kann sich durch hervortretende Augen, Druckgefühl hinter den Augen, gerötete oder trockene Augen, Lichtempfindlichkeit sowie Doppelbilder bemerkbar machen.
Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Behandlung kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und das Risiko für Komplikationen wie Vorhofflimmern, Osteoporose oder eine Verschlechterung der Augenbeschwerden zu reduzieren.
Hashimoto-Thyreoiditis
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in Deutschland. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem irrtümlich das Schilddrüsengewebe angreift. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, die langfristig die Produktion der Schilddrüsenhormone beeinträchtigen kann.
Zu Beginn der Erkrankung bestehen häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Mit fortschreitender Erkrankung entwickelt sich bei vielen Betroffenen eine Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen ("Brain Fog")
- Gewichtszunahme
- Kälteempfindlichkeit
- Trockene Haut
- Haarausfall
- Verstopfung
- Depressive Verstimmungen
- Verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
Die Diagnose erfolgt anhand der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung, der Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, fT3 und fT4) sowie der Schilddrüsenantikörper (insbesondere TPO-Antikörper und gegebenenfalls Thyreoglobulin-Antikörper). Ergänzend liefert die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse wichtige Hinweise auf eine Hashimoto-Thyreoiditis.
Eine ursächliche Heilung der Hashimoto-Thyreoiditis ist derzeit nicht möglich. Entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion, kann diese in den meisten Fällen durch die Einnahme von Levothyroxin ausgeglichen werden. Regelmäßige ärztliche Kontrollen helfen dabei, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen und die Therapie individuell anzupassen.
Moderne Schilddrüsendiagnostik
Eine umfassende Schilddrüsendiagnostik umfasst weit mehr als die Bestimmung des TSH-Wertes. Je nach Fragestellung untersuchen wir unter anderem:
- TSH
- Freies T3 (fT3)
- Freies T4 (fT4)
- TPO-Antikörper
- Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK)
- TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
- Schilddrüsenultraschall
- Jodstatus (bei ausgewählten Fragestellungen)
- Mikronährstoffstatus, insbesondere Selen, Eisen, Vitamin D und Zink
Dabei betrachten wir die Schilddrüse immer im Zusammenhang mit dem gesamten Hormon- und Stoffwechselsystem.
Individuelle Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache Ihrer Beschwerden und basiert auf Ihren Laborwerten, Symptomen und dem Ultraschallbefund. Je nach Diagnose kommen unter anderem eine individuell angepasste Schilddrüsenhormontherapie, regelmäßige Verlaufskontrollen, die Optimierung relevanter Mikronährstoffe sowie eine ernährungs- und stoffwechselmedizinische Beratung infrage.
Häufige Fragen zur Schilddrüse
Kann die Schilddrüse Haarausfall verursachen?
Ja. Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion als auch eine Schilddrüsenüberfunktion können zu diffusem Haarausfall beitragen. Häufig normalisiert sich das Haarwachstum wieder, sobald die Schilddrüsenfunktion erfolgreich behandelt und die Hormonwerte stabil eingestellt sind. Da Haarausfall viele Ursachen haben kann, ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig.
Kann eine Schilddrüsenerkrankung den Kinderwunsch beeinflussen?
Ja. Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion als auch eine Schilddrüsenüberfunktion können den Menstruationszyklus, den Eisprung und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Auch während einer Schwangerschaft spielt eine normale Schilddrüsenfunktion eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Mutter und Kind. Bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollten auffällige Schilddrüsenwerte daher frühzeitig abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.
Wann ist ein Ultraschall der Schilddrüse sinnvoll?
Ein Schilddrüsenultraschall ist sinnvoll bei auffälligen Laborwerten, tastbaren Schilddrüsenknoten, einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf), Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis oder einen Morbus Basedow sowie zur Verlaufskontrolle bekannter Schilddrüsenerkrankungen. Die Ultraschalluntersuchung ermöglicht eine schmerzfreie Beurteilung von Größe, Struktur und möglichen Knoten der Schilddrüse.
Kann eine Schilddrüsenerkrankung behandelt werden?
Ja. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wird in der Regel durch die Einnahme des Schilddrüsenhormons Levothyroxin behandelt. Ziel ist es, den Hormonmangel auszugleichen und die Beschwerden zu lindern.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hängt die Behandlung von der Ursache ab. Je nach Erkrankung kommen thyreostatische Medikamente, eine Radiojodtherapie oder in bestimmten Fällen eine Operation infrage.
Regelmäßige ärztliche Kontrollen der Schilddrüsenwerte und gegebenenfalls Ultraschalluntersuchungen helfen dabei, die Therapie individuell anzupassen und eine stabile Schilddrüsenfunktion zu erreichen.
